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Trennscheiben

Trennscheiben wählen: Masse, Drehzahl, Inox und Stein

Fredi H.Fredi H. · Redaktion SaroToolStand 03.10.2026

Trennscheibe wählen: was 125 x 1 x 22,23 bedeutet, dünn oder dick, Inox für Edelstahl, gerade oder gekröpft, 80 m/s Drehzahl, Farbstreifen, Verfalldatum.

125 x 1 x 22,23 heisst: 125 mm Durchmesser, 1 mm Dicke, 22,23 mm Bohrung. Den Durchmesser bestimmt die Maschine, die Dicke das Werkstück (0,8 bis 1 mm für dünnwandige Bleche und Rohre) und das Material die Scheibe: für Edelstahl eisen-, schwefel- und chlorfrei (Inox), für Aluminium eine Scheibe, die nicht zusetzt, für Stein eine mit Siliziumkarbid.

Das Wichtigste in Kürze

  • Durchmesser x Dicke x Bohrung: 125 x 1 x 22,23 heisst 125 mm Durchmesser, 1 mm Dicke, 22,23 mm Bohrung.
  • Drehzahl beachten: bei 80 m/s darf eine 125-mm-Scheibe rechnerisch rund 12'220 U/min drehen, Rhodius druckt 12'250 U/min auf. Verbindlich ist der Wert auf der Scheibe, die Maschine darf nicht schneller drehen.
  • Inox heisst frei von Eisen, Schwefel und Chlor (jeweils unter 0,1 Prozent), damit Edelstahl nicht rostet.
  • Verfalldatum: höchstens 3 Jahre nach Herstellung, auf dem Metallring der Scheibe; danach nicht mehr verwenden.
  • Nie mit der Seite schleifen: Trennscheiben nur radial belasten; zum Schleifen gibt es Schrupp- und Fächerschleifscheiben.
  • Quarzstaub: beim Trennen von Beton, Kalksandstein oder Granit Staub an der Quelle absaugen und eine FFP3-Maske tragen (Suva).
Inhaltsverzeichnis
  1. Was bedeutet 125 x 1 x 22,23 auf einer Trennscheibe?
  2. Wie schnell darf eine Trennscheibe drehen?
  3. Was bedeuten EN 12413, oSa und die Farbstreifen?
  4. Dünne oder dicke Trennscheibe: Was ist besser?
  5. Was bedeutet «Inox» bei Trennscheiben?
  6. Welche Trennscheibe für Stahl, Edelstahl, Aluminium und Stein?
  7. Gerade oder gekröpft: Wann nehmen Sie welche Form?
  8. Wie lange ist eine Trennscheibe haltbar?
  9. Trennscheibe, Schruppscheibe oder Fächerschleifscheibe: Was ist der Unterschied?
  10. Was gilt beim Trennen für die Sicherheit?
  11. Fazit

Was bedeutet 125 x 1 x 22,23 auf einer Trennscheibe?

Die drei Zahlen sind die Masse der Scheibe in Millimetern, immer in derselben Reihenfolge: Durchmesser x Dicke x Bohrung. Eine Trennscheibe 125 x 1 x 22,23 hat 125 mm Durchmesser, ist 1 mm dick und hat eine Bohrung von 22,23 mm.

Die drei Masse auf dem Etikett, immer in Millimetern.Quelle: Herstellerangaben (Rhodius, Klingspor)

Angabe

Bedeutung

Worauf achten

125

Durchmesser in mm

Die Scheibe muss für die Maschine geeignet sein.

1

Dicke in mm

Dünne Scheiben schneiden schnell und mit wenig Grat, dickere haben ein stärkeres Glasfasergewebe.

22,23

Bohrung in mm

Üblich bei Scheiben für Winkelschleifer von 115 bis 230 mm; Scheiben mit 100 mm gibt es auch mit 16 mm Bohrung.

Gängige Durchmesser für Winkelschleifer sind 100, 115, 125, 150, 180 und 230 mm. Bei Klingspor beginnen die Kronenflex-Trennscheiben bei 0,8 mm Dicke.

Wie schnell darf eine Trennscheibe drehen?

Auf jeder Scheibe stehen die Arbeitshöchstgeschwindigkeit in m/s und die höchste zulässige Drehzahl in U/min. Bei Trennscheiben für Winkelschleifer liegt die Umfangsgeschwindigkeit laut Klingspor bei höchstens 80 m/s. Aus Umfangsgeschwindigkeit und Durchmesser ergibt sich die Drehzahl:

Höchstdrehzahl je Durchmesser bei 80 m/s, gerechnet; verbindlich ist der Aufdruck auf der Scheibe.Quelle: 80 m/s nach Klingspor, Formel n = v × 60’000 / (π × d)

n = v × 60'000 / (π × d), mit n in U/min, v in m/s und d in mm.

Je grösser die Scheibe, desto tiefer die zulässige Drehzahl. Bei 80 m/s ergeben sich diese Werte, daneben die auf Rhodius-Trennscheiben aufgedruckten Höchstdrehzahlen:

Durchmesser

rechnerisch bei 80 m/s (gerundet)

aufgedruckt bei Rhodius

115 mm

13'290 U/min

13'300 U/min

125 mm

12'220 U/min

12'250 U/min

150 mm

10'190 U/min

10'200 U/min

180 mm

8'490 U/min

8'500 U/min

230 mm

6'640 U/min

6'650 U/min

Verbindlich ist immer die Höchstdrehzahl, die auf der Scheibe aufgedruckt ist. Die Regel dazu: Die Höchstdrehzahl der Maschine darf nicht grösser sein als die zulässige Drehzahl der Scheibe. Die Maschinendrehzahl steht auf dem Typenschild.

Was bedeuten EN 12413, oSa und die Farbstreifen?

Mit der Kennzeichnung «EN 12413» bestätigt der Hersteller, dass die Scheibe die Sicherheitsanforderungen der Norm DIN EN 12413 für Schleifkörper aus gebundenem Schleifmittel erfüllt. Zur Kennzeichnung gehören unter anderem:

Farbstreifen und höchste zulässige Umfangsgeschwindigkeit.Quelle: EN 12413 nach Klingspor
  • höchste zulässige Drehzahl (U/min) und Arbeitshöchstgeschwindigkeit (m/s)
  • Masse in mm
  • Verwendungseinschränkungen und Sicherheitspiktogramme
  • Hersteller oder eingetragenes Warenzeichen
  • Verfalldatum oder Rückverfolgbarkeitscode

Die Anwendung der Norm ist für den Hersteller freiwillig. Die oSa (Organisation für die Sicherheit von Schleifwerkzeugen) verpflichtet ihre Mitglieder auf die EN-Normen und zusätzliche oSa-Anforderungen, regelmässige Fertigungskontrollen, ein auditiertes Qualitätsmanagement und die Rückverfolgbarkeit bis zum Hersteller. Die FEPA/oSa-Empfehlungen raten: keine Schleifscheibe ohne diese Kennzeichnung verwenden.

Farbstreifen zeigen die Arbeitshöchstgeschwindigkeit. Laut Klingspor sind sie heute nicht mehr Pflicht, werden aber vielfach noch verwendet:

Farbstreifen

blau

gelb

rot

grün

Arbeitshöchstgeschwindigkeit

50 m/s

63 m/s

80 m/s

100 m/s

Dünne oder dicke Trennscheibe: Was ist besser?

Das hängt vom Werkstück ab. Dünne Trennscheiben mit 0,8 bis 1,0 mm eignen sich besonders für dünnwandige Materialien, die präzise, schnell und mit wenig Wärme getrennt werden sollen. Die Hersteller nennen dazu geringe Gratbildung und wenig Funkenflug. Dickere Scheiben haben ein stärkeres Glasfasergewebe und sind für anspruchsvolle Freihandarbeiten gedacht.

Situation

Empfehlung

Bleche, Rohre, dünnwandige Profile

extradünne Scheibe, 0,8 bis 1,0 mm

anspruchsvolle Freihandarbeiten

dickere Scheibe mit stärkerem Glasfasergewebe

Alle Modelle finden Sie unter Trennscheiben, viele davon von Rhodius.

Was bedeutet «Inox» bei Trennscheiben?

Inox steht für Edelstahl, also nichtrostenden Stahl. Eine Trennscheibe für Inox ist frei von Eisen, Schwefel und Chlor: Schleifwerkzeuge für Edelstahl dürfen davon jeweils weniger als 0,1 Prozent Masseanteil enthalten.

Der Grund ist die Passivschicht. Edelstahl bildet an der Luft eine dünne Oxidschicht, die ihn vor Rost schützt. Eisenhaltige Schleifrückstände verhindern oder zerstören diese Schicht, und die Korrosion beginnt. Deshalb gilt: Eine Scheibe, mit der Sie normalen Stahl geschnitten haben, nie mehr auf Edelstahl einsetzen. Umgekehrt sind viele Inox-Scheiben ausdrücklich für Edelstahl und Stahl ausgelegt.

Welche Trennscheibe für Stahl, Edelstahl, Aluminium und Stein?

Material

Worauf achten

Stahl, Baustahl, Stahlguss

Scheibe für Stahl; Inox-Scheiben für Edelstahl und Stahl schneiden ihn ebenfalls.

Edelstahl (Inox, V2A, 1.4301)

eisen-, schwefel- und chlorfreie Scheibe, die vorher nicht auf normalem Stahl im Einsatz war

Aluminium, Kupfer, Messing, Bronze

Scheibe für NE-Metalle mit Füllstoffen, die ein Zusetzen der Scheibe verhindern

Beton, Estrich, Kalksandstein, Naturstein, Marmor

Scheibe mit Siliziumkarbid (SiC) als Schleifkorn

Für Beton und Stein führen wir zusätzlich Diamanttrennscheiben.

Gerade oder gekröpft: Wann nehmen Sie welche Form?

Trennscheiben für Winkelschleifer gibt es gerade (Form 41) und gekröpft (Form 42). Die gerade Scheibe erlaubt laut Rhodius eine grössere Eintauchtiefe: Sie kann bei gleichem Durchmesser tiefer ins Material schneiden. Die gekröpfte Scheibe ist im Schnitt besonders stabil und erreicht dank der Kröpfung eine geringe Winkelabweichung. Bei Rhodius erkennen Sie die Form am Namen: FT ist gerade, FTK gekröpft.

Wie lange ist eine Trennscheibe haltbar?

Kunstharzgebundene Trenn- und Schruppscheiben für Handmaschinen wie den Winkelschleifer tragen ein Verfalldatum. Es liegt höchstens 3 Jahre nach dem Herstelldatum und steht auf dem Metallring in der Mitte der Scheibe. Klingspor kennzeichnet das Quartal mit V 01 (Januar bis März), V 04 (April bis Juni), V 07 (Juli bis September) oder V 10 (Oktober bis Dezember), zusammen mit dem Jahr. Nach Ablauf darf die Scheibe nicht mehr eingesetzt werden, auch wenn sie unbeschädigt aussieht.

Die Haltbarkeit hängt vor allem von der Feuchtigkeit ab. So lagern Sie richtig:

  • in der Originalverpackung, auf einer ebenen Fläche
  • trocken und frostfrei, am besten bei 18 bis 22 °C und 45 bis 65 % relativer Luftfeuchte
  • ohne grosse Temperaturschwankungen, ohne Hitze und direkte Sonne
  • nie direkt Wasser oder Wasserdampf aussetzen

Trennscheibe, Schruppscheibe oder Fächerschleifscheibe: Was ist der Unterschied?

Scheibe

Wofür

Wichtig

Trennscheibe

Trennen (Schneiden)

nur radial belasten, nie seitlich schleifen

Schruppscheibe

Schruppschleifen, grober Abtrag

im Winkel von 25 bis 30° zum Werkstück arbeiten; nicht zum Trennen verwenden

Fächerschleifscheibe

Schweissnähte und Kanten bearbeiten, Flächen schleifen

gerade Bauform für Flächen, gewölbte für Kanten und Schweissnähte

Unter 15° Anstellwinkel bildet sich am Rand der Schruppscheibe eine lang auslaufende, sehr dünne Kante. Laut Klingspor bricht sie schon bei kleinen Winkeländerungen aus: Schleifmittel geht verloren, es kann eine Unwucht entstehen, und die Scheibe muss früher gewechselt werden. Die Fächerschleifscheibe, bei Klingspor Schleifmopteller genannt, trägt das Schleifmittel auf fächerförmig angeordneten Gewebelamellen. Diese Anordnung sorgt laut Klingspor für eine gleichmässig hohe Schleifleistung und vibrationsarmes Arbeiten.

Die Zahl bei einer Fächerschleifscheibe ist die Körnung: Je höher die Zahl, desto feiner das Korn. Rhodius bietet seine Fächerschleifscheibe LSZ F1 zum Beispiel in den FEPA-Körnungen 24, 40, 60, 80 und 120 an. Schruppscheiben finden Sie unter Schruppscheiben, Fächer- und Fiberscheiben unter Schleifscheiben.

Was gilt beim Trennen für die Sicherheit?

  • Nie mit der Seite schleifen: Mit Trennscheiben ist das Seitenschleifen wegen Bruchgefahr nicht erlaubt. Trennscheiben dürfen nur in radialer Richtung belastet werden.
  • Die Schutzhaube nie entfernen und so einstellen, dass sie schützt. Für Trennarbeiten mit gebundenen Scheiben empfiehlt die deutsche Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) eine beidseitig abdeckende Schutzhaube.
  • Vor dem Einsetzen Kennzeichnung, Verfalldatum und Drehzahl prüfen und die Scheibe auf Beschädigungen ansehen.
  • Das Werkstück sicher befestigen, nur gerade Schnitte führen, den Schnitt nicht verkanten und nicht drücken: Das Eigengewicht der Maschine reicht als Anpressdruck.
  • Schutzausrüstung tragen: Beim Schleifen und Trennen von Metall entstehen Schallpegel über 85 dB(A), und in der Metallbearbeitung werden die Augen besonders häufig verletzt, etwa durch Metallsplitter beim Schleifen. Nötig sind eine rundum anliegende Schutzbrille, Gehörschutz, Arbeitshandschuhe, Sicherheitsschuhe und Arbeitskleidung, die Funkenflug standhält. Welche Schutzklasse bei Handschuhen passt, steht im Ratgeber Arbeitshandschuhe nach EN 388.
  • Atemschutz bei Stein und Beton: Beim Trennen von Beton, Kalksandstein oder Granit entsteht quarzhaltiger Staub. Die Suva stuft Quarzstaub als krebserzeugend ein und rät, Staub dort abzusaugen, wo er entsteht. Für quarzhaltigen Staub sieht sie Atemschutz der Klasse FFP3 vor. Mehr dazu im Ratgeber FFP2 und FFP3 nach EN 149.

Was im Betrieb für die Erste Hilfe bereitstehen muss, steht im Ratgeber Erste Hilfe im Betrieb.

Fazit

Lesen Sie zuerst die Masse auf der Scheibe: Durchmesser, Dicke und Bohrung müssen zur Maschine und zum Werkstück passen. Prüfen Sie vor dem Einsetzen Höchstdrehzahl, EN-12413-Kennzeichnung und Verfalldatum. Wählen Sie die Scheibe nach dem Material, für Edelstahl immer eine Inox-Scheibe, die nie auf normalem Stahl war. Trennen Sie nur mit Schutzhaube und Schutzausrüstung, bei Stein und Beton zusätzlich mit Atemschutz.

Häufige Fragen

Was bedeutet 22,23 bei einer Trennscheibe?
Das ist die Bohrung in Millimetern. 22,23 mm ist bei Scheiben für Winkelschleifer von 115 bis 230 mm üblich.
Schneidet eine Inox-Trennscheibe auch Stahl?
Ja, viele Inox-Scheiben sind für Edelstahl und Stahl ausgelegt. Eine Scheibe, die schon auf normalem Stahl war, sollten Sie danach aber nicht mehr auf Edelstahl einsetzen, weil Eisenrückstände Rost auslösen können.
Darf eine abgelaufene Trennscheibe noch verwendet werden?
Nein. Trenn- und Schruppscheiben dürfen nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr eingesetzt werden, auch wenn sie unbeschädigt aussehen.
Darf mit einer Trennscheibe seitlich geschliffen werden?
Nein. Seitenschleifen mit Trennscheiben ist wegen Bruchgefahr nicht erlaubt. Zum Schleifen gibt es Schrupp- und Fächerschleifscheiben.
Was bedeutet der rote Streifen auf einer Trennscheibe?
Er steht für eine Arbeitshöchstgeschwindigkeit von 80 m/s. Blau steht für 50, gelb für 63 und grün für 100 m/s. Laut Klingspor sind die Farbstreifen heute nicht mehr Pflicht, massgebend sind die aufgedruckten Werte.
Welche Maske braucht es beim Trennen von Beton und Stein?
Für quarzhaltigen Staub, etwa von Beton, Kalksandstein oder Granit, sieht die Suva Atemschutz der Klasse FFP3 vor. Zusätzlich sollte der Staub dort abgesaugt werden, wo er entsteht.
Was bedeutet die Körnung 80 bei einer Fächerschleifscheibe?
Die Zahl ist die Körnung. Je höher die Zahl, desto feiner das Korn.

Quellen

Fakten geprüft am 03.10.2026.

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