Für viele Arbeiten reicht laut Suva FFP2, etwa bei Zement, Holz- und Schleifstaub oder Schimmel. FFP3 braucht es bei Quarzstaub, Buchen- und Eichenstaub, anderen krebserzeugenden Stäuben und für die wenigen Arbeiten an Asbest, die Handwerker selbst ausführen dürfen. Asbestsanierungen gehören zu einem anerkannten Sanierungsunternehmen.
Das Wichtigste in Kürze
- FFP2 ist der Standard: für Zement, Mischstaub, Glaswolle, Holzstaub (ausser Buche und Eiche), Schleifstaub und Schimmel.
- FFP3 bei Quarz und Krebsgefahr: quarzhaltiger Staub, Buche und Eiche, Keramikfasern, Chromate, stark belasteter Schimmel.
- Asbest: FFP2 ist laut Suva nicht vorgesehen. Einzelne Bohrlöcher mit FFP3 und Absaugung, Sanierungen nur durch anerkannte Firmen.
- Gesamtleckage höchstens 22 % bei FFP1, 8 % bei FFP2, 2 % bei FFP3.
- NR, R, D: eine Schicht, wiederverwendbar, Dolomitstaub-Test bestanden.
- Bart und Stoppeln auf der Dichtlinie machen eine Staubmaske ungeeignet.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist der Unterschied zwischen FFP1, FFP2 und FFP3?
- Welche Maske braucht es für Holzstaub, Quarzstaub und Schimmel?
- Welche Maske braucht es bei Asbest: FFP2 oder FFP3?
- Was bedeuten NR, R und D auf der Maske?
- Feinstaubmaske mit oder ohne Ventil?
- Wann braucht es eine Halbmaske mit Filter, zum Beispiel A2P3?
- Wie lange darf man eine FFP2- oder FFP3-Maske tragen?
- Wie prüfen Sie, ob die Maske dicht sitzt?
- Wann reicht eine Staubmaske nicht?
- Fazit
Was ist der Unterschied zwischen FFP1, FFP2 und FFP3?
Die Norm EN 149 teilt partikelfiltrierende Halbmasken in drei Klassen ein. Je höher die Klasse, desto mehr Partikel hält der Filter zurück und desto weniger Luft gelangt insgesamt ungefiltert in die Maske. Die Suva gibt für jede Klasse an, bis zu welchem Vielfachen des MAK-Werts sie schützt. Der MAK-Wert ist die höchstzulässige durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz.
Klasse | Filterdurchlass höchstens | Gesamtleckage höchstens | Schutz bis zum |
|---|---|---|---|
FFP1 | 20 % | 22 % | 4-Fachen des MAK-Werts |
FFP2 | 6 % | 8 % | 10-Fachen des MAK-Werts |
FFP3 | 1 % | 2 % | 30-Fachen des MAK-Werts |
«FF» steht für Einwegmasken, die praktisch ganz aus Filtermaterial bestehen. P1, P2 und P3 bezeichnen die auswechselbaren Partikelfilter nach EN 143 für Halbmasken aus Gummi, Neopren oder Silikon nach EN 140. Ein P3-Filter nach EN 143 hält mindestens 99,95 % der Partikel zurück und lässt damit höchstens 0,05 % durch, P2 hält 94 % und P1 80 % zurück. Wie viel ungefilterte Luft insgesamt eingeatmet wird, hängt bei diesen Filtern zusätzlich von der Halbmaske ab: Ihre höchstzulässige Leckage legt die Norm EN 140 fest, und wie dicht sie tatsächlich ist, entscheidet der Sitz am Gesicht. Ist die Staubkonzentration nicht bekannt, verlangt die Suva mindestens FFP2 bzw. P2. Im Bauhauptgewerbe, an der Gebäudehülle und in der Gebäudetechnik ist die Zusammensetzung der Stäube oft unbekannt, deshalb gilt dort ebenfalls mindestens FFP2.
Welche Maske braucht es für Holzstaub, Quarzstaub und Schimmel?
Die Suva ordnet die Stäube den Klassen so zu:
Staub | Mindestens |
|---|---|
Mineralische Stäube, z. B. Zement, Mischstäube, Gesteinsabbau | FFP2 |
Glas- und Steinwolle | FFP2 |
Holzstaub, ausser Buche und Eiche | FFP2 |
Schleifstaub von Metall, Kunststoff oder Anstrich | FFP2 |
Schimmelpilze, Bakterien, Viren in Staub und Nebel | FFP2 |
Staub von Buche und Eiche | FFP3 |
Quarzhaltiger Staub, z. B. Quarzsand, Granit | FFP3 |
Stark biologisch belastete Stäube und Nebel (Schimmelpilze, Bakterien, Viren) | FFP3 |
Schweissrauch von beschichteten und hochlegierten Stählen | FFP3 |
Krebserzeugende Stäube (Kategorien C1A und C1B), z. B. Keramikfasern, Chromate, Nickel, Cadmium | FFP3 |
Für viele Arbeiten ist FFP2 der Standard. Für Asbestfasern und für krebserzeugende Stäube der Kategorien C1A und C1B ist FFP2 laut Suva nicht vorgesehen. Beim Schweissen entstehen zudem oft Gase und Dämpfe, gegen die eine Staubmaske nichts ausrichtet.
Welche Maske braucht es bei Asbest: FFP2 oder FFP3?
FFP3. Gegen Asbestfasern ist FFP2 laut Suva nicht vorgesehen.
Bei Bauten, die vor 1990 erstellt wurden, ist laut Suva damit zu rechnen, dass Putz, Plattenkleber und Kunststoffbeläge Asbest enthalten. Vor Beginn der Arbeiten ist das abzuklären, im Zweifel ist von Asbest auszugehen.
Die Suva unterscheidet zwei Fälle:
- Einzelne Bohrlöcher in asbesthaltigen Putz, Plattenkleber oder Kunststoffbelag dürfen instruierte Bauhandwerker selbst bohren, wenn sie das Verfahren aus dem Suva-Factsheet 33067 einhalten. Dazu gehören eine Einwegstaubmaske FFP3, eine Bohrmaschine mit Quellenabsaugung, ein Industriestaubsauger der Staubklasse H mit Zusatzanforderung Asbest, keine Drittpersonen im Arbeitsbereich und ausreichender Luftwechsel.
- Asbestsanierungen, bei denen erhebliche Mengen Asbestfasern freigesetzt werden können, dürfen nur von anerkannten Sanierungsunternehmen ausgeführt werden. Diese Firmen brauchen ausgebildetes Personal und die Anerkennung durch die Suva.
Eine FFP3-Maske macht aus einer Sanierung also keine Kleinarbeit. Sie ist die Schutzausrüstung für die wenigen Arbeiten, die die Suva Handwerkern erlaubt.
Was bedeuten NR, R und D auf der Maske?
- NR (non reusable): Die Maske ist für höchstens eine Schicht bzw. einen Arbeitstag gedacht.
- R (reusable): Die Maske darf über eine Schicht hinaus verwendet werden, nach den Angaben des Herstellers. Gegen Schimmel, Bakterien und Viren gilt laut Herstellerangaben auch sie nur für eine Schicht. Die DGUV Regel 112-190 lässt auch auswechselbare Partikelfilter gegen solche biologischen Arbeitsstoffe nur einmal und höchstens eine Arbeitsschicht lang zu.
- D: Die Maske hat den Dolomitstaub-Test bestanden. Sie nimmt viel Staub auf und behält länger einen geringen Atemwiderstand. Für R-Masken ist der Test Pflicht, für NR-Masken freiwillig.
Echte Masken tragen ausserdem das CE-Zeichen mit der vierstelligen Nummer der Prüfstelle und auf der Verpackung die Norm EN 149:2001+A1:2009. Fehlt eine dieser Angaben, ist die Qualität laut Suva zweifelhaft. Hygiene- und Grobstaubmasken ohne Filterklasse schützen nicht ausreichend vor gesundheitsgefährdendem Staub.
Feinstaubmaske mit oder ohne Ventil?
Das Ausatemventil ändert nichts an der Schutzklasse. Es senkt den Atemwiderstand beim Ausatmen. Laut Suva sind Masken mit Ventil darum angenehmer zu tragen, Brillen beschlagen weniger und die maximale Einsatzzeit ist in der Regel länger als ohne Ventil. Für Brillenträger und lange Einsätze ist das ein Vorteil.
Eine Maske ohne Ventil bietet laut DGUV neben dem Eigenschutz auch einen guten Fremdschutz. Mit Ventil gelangt die Ausatemluft ungefiltert nach aussen, die Maske schützt dann in erster Linie die Person, die sie trägt. Wo es auch um den Schutz anderer geht, ist eine Maske ohne Ventil die passende Wahl.
Alle Einwegmasken finden Sie unter Feinstaubmasken.
Wann braucht es eine Halbmaske mit Filter, zum Beispiel A2P3?
Eine Halbmaske mit auswechselbaren Filtern lohnt sich bei regelmässigem Einsatz. Der Maskenkörper wird gereinigt und desinfiziert, die Filter wechseln Sie, sobald der Atemwiderstand merklich steigt. Laut Suva bieten diese Filter oft einen geringeren Atemwiderstand als Einwegmasken.
Staubmasken schützen nicht vor Gasen und Dämpfen. Kommen gesundheitsgefährdende Gase oder Dämpfe dazu, braucht es einen Gas- oder Kombinationsfilter. Die Buchstaben auf dem Filter sagen, wogegen er wirkt. Partikelfilter sind laut Suva durchwegs weiss, Gasfilter tragen meist farbige Ringe:
Filtertyp | Schützt gegen | Farbe |
|---|---|---|
A | Dämpfe organischer Verbindungen mit Siedepunkt über 65 °C | braun |
AX | Gase und Dämpfe organischer Verbindungen mit Siedepunkt bis 65 °C | braun |
B | anorganische Gase und Dämpfe, z. B. Chlor, Blausäure | grau |
E | Gase wie Schwefeldioxid und Chlorwasserstoff | gelb |
K | Ammoniak und organische Ammoniak-Derivate | grün |
P1, P2, P3 | Partikel, also Staub und Nebel | weiss |
Bei Gasfiltern ist die Zahl dahinter die Kapazitätsklasse: 1 klein, 2 mittel, 3 gross. AX-Filter gibt es nur in einer Klasse. Bei Partikelfiltern steht die Zahl für die Filterklasse. A2P3 heisst also: Gasfilter Typ A der Klasse 2 gegen organische Dämpfe, kombiniert mit einem Partikelfilter P3. Halbmasken, Filter und Gebläsesysteme finden Sie unter Atemschutz.
Wie lange darf man eine FFP2- oder FFP3-Maske tragen?
Die Suva nennt für Einwegmasken eine Obergrenze: in der Regel nicht länger als einen Arbeitstag (8 Stunden) und nur von einer Person. Steigt der Atemwiderstand vorher durch Staub oder Feuchtigkeit unangenehm an, wird die Maske gewechselt. Einwegmasken lassen sich weder reinigen noch desinfizieren, weil dabei der Filter Schaden nimmt. Unbenutzte Masken und Filter gehören sauber und trocken gelagert.
Eine Minutenvorgabe für Tragepausen nennt das Suva-Merkblatt nicht. In Deutschland empfiehlt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) für FFP2-Masken bei gesunden Erwachsenen und mittelschwerer Arbeit 75 Minuten Tragezeit und danach 30 Minuten Pause. Das kann als Orientierung dienen, ist aber keine Schweizer Vorschrift.
Wie prüfen Sie, ob die Maske dicht sitzt?
Die Schutzklasse gilt nur, wenn die Maske rundum dicht am Gesicht anliegt. Nasenbügel und Kopfbänder nach Anleitung des Herstellers anpassen. Die Maske sitzt gut, wenn sie Mund und Nase ganz bedeckt und sich beim Einatmen spürbar ans Gesicht ansaugt. Spüren Sie einen Luftzug am Rand, sitzt sie nicht dicht.
Nicht jedes Modell passt auf jedes Gesicht. Ob eine Maske einer bestimmten Person passt, zeigt eine Anpassungsprüfung, der Fit-Test. In Deutschland verlangt die DGUV Regel 112-190 sie vor dem ersten Gebrauch, unter Anleitung einer ausgebildeten Person:
- Qualitativ: Die Person trägt die Maske in einer Luft, die einen Geruchs- oder Geschmacksstoff als Aerosol enthält, zum Beispiel Saccharinlösung oder Bananenöl. Nimmt sie den Stoff wahr, schützt die Maske sie nicht ausreichend.
- Quantitativ: Ein Messgerät zählt die Partikel in der Umgebungsluft und in der aufgesetzten Maske. Das Verhältnis ist der Fit-Faktor. Für FFP-Masken nennt die DGUV einen Mindestwert von 100.
Und mit Bart?
Bart, Bartstoppeln, Narben und Piercings auf der Dichtlinie lassen Luft am Rand vorbei. Die Suva hält fest: Staubmasken sind dann nicht geeignet. Wer sich nicht rasieren kann oder will, braucht ein anderes System, zum Beispiel ein Gebläsefiltergerät.
Wann reicht eine Staubmaske nicht?
- bei gesundheitsgefährdenden Gasen und Dämpfen, etwa beim Schweissen: Gas- oder Kombinationsfilter
- bei reduziertem Sauerstoffgehalt der Luft: Staubmasken sind dort laut Suva nicht zulässig
- bei mehr als dem 30-Fachen des MAK-Werts: Vollmasken mit Partikelfilter, Geräte mit Gebläse oder Isoliergeräte
- bei Asbestsanierungen: anerkanntes Sanierungsunternehmen
Masken kommen laut Suva erst zum Einsatz, wenn sich der Staub mit anderen Massnahmen nicht ausreichend vermeiden lässt: staubarme Arbeitsverfahren, Absaugung an der Quelle, Anfeuchten und genügend Lüftung. Für Abschottungen auf der Baustelle siehe Staubschutz und Bauwände.
Fazit
Für viele Arbeiten mit Staub ist FFP2 die Mindestklasse, vor allem wenn die Zusammensetzung des Staubs unbekannt ist. Bei Quarzstaub, Buchen- und Eichenstaub, krebserzeugenden Stäuben und den wenigen erlaubten Arbeiten an Asbest braucht es FFP3. Die Schutzklasse wirkt nur, wenn die Maske dicht sitzt, und gegen Gase und Dämpfe hilft nur ein passender Gas- oder Kombinationsfilter. Vor jeder Maske kommen staubarme Verfahren und die Absaugung an der Quelle.
Häufige Fragen
- Welche Maske braucht es bei Asbest: FFP2 oder FFP3?
- FFP3. Gegen Asbestfasern ist FFP2 laut Suva nicht vorgesehen. Für das Bohren einzelner Löcher in asbesthaltigen Putz, Plattenkleber oder Kunststoffbelag nennt die Suva eine Einwegstaubmaske FFP3, dazu Bohren mit Absaugung und einen Industriestaubsauger der Staubklasse H mit Zusatzanforderung Asbest. Sanierungen, bei denen viele Fasern frei werden können, dürfen nur anerkannte Asbestsanierungsunternehmen ausführen.
- Reicht eine FFP2-Maske für Holzstaub?
- Ja, für die meisten Hölzer. Für Staub von Buche und Eiche, der als krebserzeugend gilt, verlangt die Suva FFP3.
- Wie lange darf man eine FFP3-Maske tragen?
- Laut Suva in der Regel höchstens einen Arbeitstag (8 Stunden), und nur von einer Person. Wird das Atmen vorher schwer, wird die Maske gewechselt. Masken mit Ausatemventil haben in der Regel eine längere Einsatzzeit.
- Schützt eine Maske mit Ventil schlechter?
- Nein, das Ventil ändert die Schutzklasse nicht. Es erleichtert das Ausatmen. Eine Maske mit Ventil schützt aber vor allem die Person, die sie trägt. Ohne Ventil bietet die Maske laut DGUV auch einen guten Schutz für die Umgebung.
- Was bedeutet A2P3?
- Ein Kombinationsfilter: Gasfilter Typ A (organische Dämpfe mit Siedepunkt über 65 °C) der Kapazitätsklasse 2, kombiniert mit einem Partikelfilter der höchsten Klasse P3.
- Können Sie mit Bart eine FFP-Maske tragen?
- Nicht wirksam. Haare auf der Dichtlinie, auch Stoppeln, lassen Luft am Rand vorbei. Die Suva empfiehlt in dem Fall andere Systeme, zum Beispiel ein Gebläsefiltergerät.
Quellen
- Suva: Atemschutzmasken gegen Stäube, Merkblatt 66113.d (Februar 2024)
- Suva: Welche Partikelfilter oder Gasfilter für welchen Einsatz?
- Suva: Richtige FFP2- und FFP3-Masken erkennen
- Suva: Factsheet 33067.d, Bohren durch asbesthaltige Wand- und Bodenbeläge (Mai 2022)
- Suva: Asbest
- DGUV Regel 112-190: Benutzung von Atemschutzgeräten (November 2021), Filtertypen, Anpassungsüberprüfung, Gebrauchsdauer
- DGUV: FAQ FFP2-Masken am Arbeitsplatz richtig verwenden
- Moldex: FFP-Schutzstufen, Leckage, NR, R und D
- 3M: Atemschutz gewusst wie, Anwenderinformation (Abscheidevermögen P1, P2, P3 nach EN 143)
Fakten geprüft am 03.10.2026.







